Onlinekurs-Gruselkabinett: No-Gos aus medienpädagogischer Sicht


Mit Horrorfilmen kannst du mich jagen.

Als ich das erste und letzte Mal einen geschaut habe, habe ich mich so erschreckt, dass ich mir durch das Zucken einen Nerv eingeklemmt habe.

Seitdem steht für mich fest: Das mach ich nie wieder.


Um mich zu gruseln, muss ich aber auch gar nicht so weit gehen. Denn aus medienpädagogischer Sicht gibt es in vielen Onlinekursen auch schon ein ganzes Gruselkabinett.

Zu Halloween möchte ich dir daher einige Gruselgestalten vorstellen, die mich in schlecht gemachten Onlinekursen immer wieder erschreckt haben.

Möchtest du lieber hören als lesen?

Zu diesem Blogartikel gibt es auch eine Podcast-Folge mit dem gleichen Inhalt.

Die größten Onlinekurs-No-Gos

Bei einem Onlinekurs kann so einiges schieflaufen. Und ein paar Punkte gruseln mich als Medienpädagogin immer wieder.
Heute stelle ich dir – als Halloween-Special – ein paar der medienpädagogischen Gruselgestalten vor, die mir immer wieder in Onlinekursen begegnen.


Die Klebemonster-Videos

Die Klebemonster-Videos erkennst du daran, dass sie direkt ganz oben auf der Lektionsseite kleben.
Davor findest du nicht das kleinste Fitzelchen Text, das den Lernenden vorher zumindest einen kleinen Überblick gibt, was denn da jetzt auf sie zukommt.
Stattdessen geht’s für die Lernenden direkt los. Dabei mag unser Gehirn das gar nicht.

Die Klebemonster-Videos verhindern nämlich, dass wir vorab zumindest eine grobe Orientierung bekommen, worum es denn jetzt geht. Und so fehlt unserem Gehirn die Info, wo es all die neuen Informationen aus dem Video ablegen soll.
Das Ergebnis ist dann meist, dass wir uns weniger von dem Video merken, weil unser Gehirn schlicht nicht weiß, wo es das alles ablegen soll. Oder es zu sehr damit beschäftigt ist, sich im Thema zu orientieren, als dass es sich noch gut auf den eigentlichen Inhalt des Klebemonster-Videos konzentrieren kann.


Die Vampir-Videos

Die besten Freunde von den Klebemonster-Videos sind die Vampir-Videos.
Diese erkennst du daran, dass sie schier endlos auf dich einreden.
Videos, die dich manchmal bis über eine Stunde lang mit neuen Infos zuballern, sodass du am Ende einfach nur noch eine Pause brauchst. Und von den Inhalten hast du das meiste schon wieder vergessen, bevor du am Ende angekommen bist.

Denn die Vampir-Videos bedienen sich eines echt fiesen Tricks:
Dadurch, dass immer mehr und mehr Infos auf unser Gehirn einprasseln, saugen sie die gesamte Kapazität unseres Arbeitsgedächtnisses ab.
Mit der Folge: Es bleibt nichts mehr übrig, um die neuen Infos zu verarbeiten und gut abzulegen.
Sprich: Zum einen Ohr rein, zum anderen wieder raus.

Und dadurch, dass in den Vampir-Videos alles ohne Pause weitergeht, fällt das oft gar nicht auf – bis es dann zu spät ist.
Wir haben das Video geschaut, hatten das Gefühl, doch was gelernt zu haben, aber spätestens einen Tag später können wir uns an kaum etwas davon erinnern.


Die Motivations-Killer

Und dann sind da auch noch die Motivations-Killer.
Die Motivations-Killer sind echt fies. Denn sie treten nicht so offen in Erscheinung wie die beiden vorherigen Gruselgestalten.
Stattdessen suchen sie meist schon die Kursersteller*innen heim und flüstern ihnen sowas ins Ohr wie: „Du bist doch kein Motivationstrainer!“

Sie tun alles dafür, dass sämtliche motivationale Unterstützung aus dem Kurs draußen bleibt. Schließlich geht es ja nur um das Kursthema. Und wenn die Lernenden das wirklich wollen …?!
Naja, du weißt schon.

Und dabei ist es ihre größte Freude, dann zuzuschauen, wie die Lernenden frustriert vor dem Kurs sitzen und sich Vorwürfe machen, warum es ihnen denn so schwerfällt, weiter am Kurs zu arbeiten.
Doch Motivation ist in einem Onlinekurs kein Nice-to-have, sondern essenziell. Wenn die Motivation fehlt, den Kurs auch zu machen, dann kannst du dir den ganzen Aufwand für den Kurs eigentlich sparen. Denn den bekommt dann eh kaum jemand zu Gesicht.


Die Spaßverderber-Goblins

Die besten Freunde von den Motivations-Killern sind die Spaßverderber-Goblins.
Ihre Devise ist: Lernen muss hart, anstrengend und schwierig sein.
Ihre Lieblingsbeschäftigung ist es, dich zu langweilen.

Abwechslung? Interaktion? Fehlanzeige.
Stattdessen geht der Kurs – möglichst monoton – schier endlos weiter, und du musst dich ziemlich anstrengen, mit deiner Aufmerksamkeit dabei zu bleiben.
Dabei wissen wir doch alle: Wenn wir etwas gerne und mit Freude machen, haben wir so viel mehr davon, als wenn wir uns durchquälen, oder?!


Die Chaos-Kobolde

Als Nächstes möchte ich dir die Chaos-Kobolde vorstellen.
Chaos-Kobolde wohnen leider in vielen Onlinekursen, auch wenn du sie von außen kaum erkennst.
Chaos-Kobolde sorgen dafür, dass viel zu viel in einem Onlinekurs drin ist. Sie packen all die Themen dazu, die zwar superinteressant, aber null hilfreich sind, um das Kursziel zu erreichen.

Oder aber sie erstellen an den absurdesten Stellen Verknüpfungen, sodass der Kurs von einem zum nächsten und zum anderen Thema hin- und herspringt.
Und jedes bisschen vom roten Faden im Kurs verspeisen sie wie Spaghetti.

Chaos-Kobolde findest du dabei nicht einfach nur in der Kursstruktur.
Manchmal machen sie sich auch in den einzelnen Texten, Videos oder Audios breit.
Unser Gehirn steigt dabei dann leider irgendwann aus, weil einfach der Überblick fehlt, was jetzt mit was zusammenhängt und was davon überhaupt wichtig ist.


Die Frustrations-Teufel

Dann sind da noch die Frustrations-Teufel.
Frustrations-Teufel sind mit die schlimmsten Gruselgestalten in Onlinekursen, denn sie sorgen dafür, dass du nicht wirklich vorankommst.

Stattdessen findet in den Kursen nur eine Druckbetankung mit Informationen statt – garniert mit ein paar möglichst wenig hilfreichen Alibi-Aufgaben, die dich zwar beschäftigen, aber nicht weiterbringen.
Und jedes Mal, wenn die Frage „Und wie mache ich das jetzt in der Praxis?“ aufkommt, schieben sie den Lernenden ganz schnell ein neues Kurselement hin und vertrösten sie auf später.

Bis sie am Ende zwar einen riesigen Berg an Infos haben, aber immer noch keine Ahnung, wie sie das jetzt auf ihre eigene Situation anwenden und umsetzen können.
Worüber sich die Frustrations-Teufel natürlich am allermeisten freuen.

Dass ein Kurs seinen kompletten Zweck verfehlt, wenn Umsetzung, Anwendung und Transfer damit nicht nötig sind, brauch ich dir vermutlich nicht extra sagen.


Die Vergessens-Dämonen

Zum Schluss möchte ich dir noch die Vergessens-Dämonen vorstellen.
Sie sorgen dafür, dass du den Kurs einfach nicht fertig machst, weil du ihn schlichtweg vergisst.

Einmal nicht im Rhythmus geblieben, der Alltag kommt dazwischen. Und schwupp wird der Kurs zur Onlinekurs-Leiche: Einem digital vor sich hinvegetierenden Etwas, das dem Vergessen immer mehr zum Opfer fällt.

Wie die Vergessens-Dämonen das machen? Sie verstecken alles, was die Kursteilnehmer*innen an den Kurs erinnern könnte.
Begleitende E-Mails? Check-ins? Automatisierte Erinnerungen? Alles weg.

Und von den entstehenden Onlinekurs-Leichen ernähren sich dann die Vergessens-Dämonen. (Fiese Gestalten, kann ich dir sagen!)


So vertreibst du die Kurs-Monster

Um all diesen Gruselgestalten den Garaus zu machen, oder dafür zu sorgen, dass sie sich erst gar nicht in deinem Onlinekurs ansiedeln, empfehle ich dir meine Onlinekurs-Checkliste.
Darin findest du eine Liste mit Punkten, die jeder hochwertige, wirkungsstarke Onlinekurs haben sollte. Und mit denen du zuverlässig all diesen Monstern etwas entgegensetzen kannst.

Happy Halloween! 🎃


Onlinekurs-Qualitäts-Checkliste - zum Planen, Überprüfen und Optimieren von Onlinekursen

Onlinekurs-Checkliste anfordern

Dein Leitfaden zum Planen, Überprüfen und Optimieren von Onlinekursen, die wirklich etwas bewirken sollen. 

Du meldest dich für meinen Newsletter an. Nachdem du deine Anmeldung bestätigt hast, schicke ich dir in der ersten eMail den Link zur Checkliste. Du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Die Verarbeitung deiner Daten erfolgt auf Basis meiner Datenschutzerklärung.

Zum Newsletter anmelden

Du bekommst von mir regelmäßig eMails mit

  • zusätzlichen Tipps für deinen Onlinekurs
  • Infos zu neuen Blogartikeln
  • meinen Angeboten
  • Geschichten und Neuigkeiten rund um mein Business und mich

Deine Einwilligung in den Versand meiner eMails kannst du jederzeit widerrufen. Dafür findest du am Ende jeder eMail einen 'Abbestellen' Link. Der Versand der eMails erfolgt auf Grundlage meiner Datenschutzerklärung.

>