Onlinekurs-Beispiele - so nutzt du ihre Superkräfte

Beispiele sind der Teil von Onlinekursen, der meiner Erfahrung nach total unterschätzt wird.

Dabei sind sie so unglaublich hilfreich fürs Lernen.

In diesem Blogartikel zeige ich dir daher ein paar Möglichkeiten, wie du deine Beispiele noch einsetzen kannst, damit deine Kursteilnehmer*innen davon profitieren und es einfach etwas mehr ist als "Hier ist noch ein Beispiel dazu."

Möchtest du lieber hören als lesen?

Zu diesem Blogartikel gibt es auch eine Podcast-Folge mit dem gleichen Inhalt.

Ich freue mich über jedes Beispiel, das ich in einem Onlinekurs bekomme.

Nicht nur, weil da bisweilen interessante Storys dahinter sind, die einfach im Gedächtnis bleiben.

Onlinekurs-Beispiele sind auch eine super Möglichkeit, eine neue Perspektive auf das Thema zu bekommen und es wirklich umfassend zu verstehen.

Oft werden Beispiele leider nur nach dem Motte „Und hier findest du noch ein Beispiel“ eingesetzt. Dabei gibt es noch so viele andere, coole Möglichkeiten, Beispiele zu verwenden.



6 Impulse für deine Onlinekurs Beispiele

1. Das Beispielprojekt

Such dir für deinen Onlinekurs ein (fiktives) Projekt aus, und geh das dann Schritt für Schritt im Kurs durch.

Die Kursteilnehmer*innen können so mitverfolgen, wie die Inhalte des Themas nach und nach konkret angewendet werden.

Dadurch, dass du ein Beispiel-Projekt durch den ganzen Kurs durchziehst, ist auch sehr leicht zu sehen, wie alles ineinander greift und worauf es bei der Umsetzung ankommen. Und sie können miterleben, wie die einzelnen Schritte aufeinander aufbauen.



2. Zeige verschiedene Perspektiven

Je nachdem, mit welcher ‚Brille‘ du auf ein bestimmtes Thema schaust, sind ganz andere Aspekte wichtig.

Nutze deine Beispiele dafür, die unterschiedlichsten Perspektiven auf dein Kursthema zu zeigen.

Wenn es in dem Kurs beispielsweise, darum geht, wie eine Landingpage gestaltet wird, könntest du den Teilnehmer*innen zeigen,

  • worauf ein*e Texter*in bei einer Landingpage achtet,
  • oder jemand vom Web-  oder Grafik-Design.
  • was für sie als Anbieter*in wichtig ist
  • und worauf Kund*innen achten, wenn sie sich eine Landingpage anschauen.

Durch diese verschiedenen Perspektiven bekommen deine Kursteilnehmer*innen einen umfassenden Überblick auf das Thema und können anschließend selbst leichter die verschiedenen Blickwinkel einnehmen.

Was ihnen anschließend dabei hilft, die Kursinhalte anzuwenden.



3. Ein ‚Think Aloud‘

Seit ich diese Methode das erste Mal kennengelernt habe, bin ich davon total fasziniert.

Es ist eine simple, aber unglaublich effektive Möglichkeit, einer Expert*in ins Gehirn zu schauen und all das zu sehen, was wir normalerweise gar nicht mitbekommen.

Du hast eine unglaubliche Expertise in deinem Thema. Viele Überlegungen und Entscheidungen laufen bei dir fast schon unbewusst. Du machst es halt einfach.

Für deine Kursteilnehmer*innen sind all diese Sachen aber nicht selbstverständlich. Sie wissen das meist noch nicht einmal, geschweige denn, worauf sie achten müssen, wenn sie etwas dann selbst machen.

Bei einem ‚Think Aloud‘ machst du ihnen nicht einfach nur etwas vor, sondern du verbalisierst JEDEN Schritt, den du dabei tust. JEDEN Gedanken, der dir dabei durch den Kopf geht.

Auf diese Weise können die Teilnehmer*innen wirklich nachvollziehen, worauf du achtest, was du tust, und wo du deine Aufmerksamkeit hin lenkst.

Wenn du beispielsweise einen Text analysierst, sagst du ihnen nicht einfach nur deine Ergebnisse. Stattdessen sagst du ihnen alles (!), was du dabei tust.


Wenn ich beispielsweise in einem Video einen Lerntext analysiere:

Statt einfach nur:
„Hier siehst du ein Beispiel von einem Lerntext, der inhaltlich ganz gut ist, aber etwas besser strukturiert werden könnte.“

Würde ich bei einem Think Aloud sagen:
„Als erstes schaue ich mir die Überschriften Struktur an. Ich verschaffe mir einen Überblick über den Text. Oh hier schau. Diese Überschrift klingt interessant. Das macht mich neugierig mehr zu lesen. Aber hier weiß ich gerade nicht, was damit gemeint ist. Das verwirrt mich eher, weil ich den Zusammenhang nicht erkenne. Gut, gehen wir weiter. Als nächstes schaue ich mir die Textblöcke an. Ich sehe, dass hier ein Textblock ist, der ganz schön lange ist. Da fehlt mir noch eine Zwischenüberschrift. Dann ist das übersichtlicher und ich kann schneller erkennen, worum es hier geht.“ Und so weiter.


Und wenn du etwas hast, wo du für deine Kursteilnehmer*innen etwas vormachst, z.B. eine neue Yoga Übung, kannst du die Methode eines ‚Think Aloud‘ auch nutzen, um ihnen klar zu machen, worauf du alles achtest, was vielleicht nicht direkt zu sehen ist. Wo du welche Muskeln anspannst, wo dein Blick hin geht oder wie deine Füße ausgerichtet sind.

Hier findest du ein Beispiel wo nochmal gut zu sehen ist, was der Unterschied zwischen einem ‚Think Aloud‘ und ‚einfach Vormachen‘ ist.

Deine Kursteilnehmer*innen bekommen so nicht einfach nur eine detaillierte Schritt für Schritt Anleitung. Sie können sich später auch selbst in Gedanken eine Anleitung geben, was sie genau tun müssen und wissen auch, worauf sie achten sollten.



4. Bring Abwechslung rein

Das ist jetzt nicht als Widerspruch zu Punkt 1 gemeint. Vielmehr als eine Ergänzung.

Wenn du dich nur auf ein bestimmtes Beispiel fokussierst, kann es passieren, dass sich unser Gehirn beim Versuch, es zu verstehen, zu sehr auf diesen Spezialfall konzentriert.

Denn jedes Beispiel IST ein Spezialfall.

Wenn du mehrere Beispiele verwendest, die dazu auch noch aus verschiedenen Bereichen kommen oder von verschiedenen Leuten erstellt wurden, ist es für unser Gehirn viel einfacher möglich zu differenzieren, was jetzt der relevante Teil ist, um den es bei deinem Thema geht, und was einfach ‚nur‘ zum Beispiel gehört.

Und wenn die Teilnehmer*innen gesehen haben, wie die Kursinhalte in verschiedenen Beispielen angewendet wurden, dann wird es ihnen auch viel leichter fallen, das dann auf ihre Situation zu übertragen.



5. Geh auf ungewöhnliche Sonderfälle ein.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich das erste Mal eine Keyword Recherche für meinen Blog machen wollte.

Ich habe mir eine Anleitung angeschaut, samt dem Beispiel dazu. Es ging dabei um einen Yoga Blog für Mamas.

Nach einem kurzen Brainstorming ging es mit der Keyword Recherche los und schon bald war da eine Liste mit über 100 tollen Keywords aus denen sich sofort über 20 Blogartikel Ideen ableiten ließen.

„Wie einfach!“ habe ich mir da noch gedacht „Das mach ich jetzt gleich auch und dann ist mein Redaktionsplan für meinen Blog für die nächsten zwei Jahre fertig.“


Tja…

Als ich mich dann – noch hochmotiviert – an meine Keyword Recherche gesetzt habe, kam relativ schnell die Ernüchterung.

Viele der Suchanfragen, die beim Brainstorming oder bei meiner Suche in den Auto-Vervollständigungen von Google herausgekommen sind, hatten kaum oder kein Suchvolumen.

Schließlich hatte ich etwa 20 Keywords, die zudem alle noch recht ähnlich waren (z.B. ‚Online-Kurs‘ und ‚Onlinekurs‘ …) und keine Ahnung, was ich jetzt damit anfangen sollte.

Und von meinen erhoffen 20 Blogartikel Ideen bin ich gerade mal auf 3 gekommen.


Das, was ich da in dem Beispiel gesehen hatte, war so meilenweit von meinem Ergebnis entfernt, dass ich nur noch frustriert vorm Laptop saß.

Ohne auch nur den leisesten Schimmer davon, was ich in so einer Situation machen konnte.



Wenn es bei deinem Kursthema auch solche Spezial- und Sonderfälle gibt, dann thematisiere sie bitte in deinem Kurs.

Das müssen sich ja auch nicht alle anschauen. Aber du kannst in einem Text oder einem Video einfach sagen: „Das muss nicht immer so aussehen. Manchmal kommt es auch vor, dass ... [und hier dann die Sonderfälle nennen]. Wenn das bei dir so ist, dann schau mal in den nächsten Abschnitt rein, da siehst du dann, wie du auch damit umgehen kannst.“

Das ist für dich zwar ein kleiner Mehraufwand, aber für deine Kursteilnehmer*innen, die genau diese Sonderfälle vor sich haben, macht das einen riesigen Unterschied.



6. Kommentiere und Analysiere Beispiele

Bei JEDEM Beispiel, dass du deinen Kursteilnehmer*innen gibst, empfehle ich dir, es nicht einfach so unkommentiert in den Kurs zu stellen.

Stattdessen nimm dir etwas Zeit, einen kurzen Kommentar, eine kleine Erklärung oder vielleicht sogar eine Analyse von dem Beispiel dazu zu packen.

So können deine Kursteilnehmer*innen viel besser verstehen, was du ihnen mit dem Beispiel zeigen wolltest.

Es geht hier nicht darum, das Beispiel in die Kategorien ‚gut‘ oder ‚schlecht‘ einzuordnen.

Vielmehr kannst du erklären, in welchem Kontext das Beispiel zu betrachten ist, was besonders gelungen, kreativ, hilfreich oder ungewöhnlich ist, oder welche Aspekte etwas verbessert werden könnten.

Wenn sie später weitere Beispiele sehen oder du ihnen auch mal die Aufgabe gibst, ein anderes Beispiel selbst zu analysieren, wird es ihnen viel leichter fallen, wenn sie wissen, worauf sie achten müssen.



Noch zwei Tipps zum Schluss

1. Höre immer mit dem ‚richtigen‘ auf.

In machen Situationen macht es Sinn, auch mal zu zeigen, wie du es nicht machen solltest.

Wenn du das in deinem Kurs verwendest, stelle dem aber anschließend nochmal das richtige gegenüber.

Unser Gehirn kann sich nämlich viel besser an das erinnern, was ganz am Anfang, und ganz am Ende von einer Reihe steht. (=Serieller Positionseffekt).

Den Effekt kennst du vielleicht vom Einkaufen.

Wenn du dir zuhause einen Einkaufszettel geschrieben hast, den du dann vergisst, ist es viel wahrscheinlicher, dass die die ersten und die letzten Sachen auf der Liste dabei hast, als das, was irgendwo in der Mitte steht.


2. Lass deine Teilnehmer*innen mit den Beispielen nicht alleine

Beispiele können das Lernen so gut fördern, aber nur, wenn die Teilnehmer*innen etwas damit anfangen können. Durch die Methoden und Möglichkeiten, die ich dir in dem Blogartikel genannt habe, unterstützt du sie dabei, wirklich zu verstehen, was du ihnen mit dem Beispiel zeigen möchtest.


Nutze die Superkräfte von Onlinekurs-Beispielen

Gut eingesetzte Beispiele bringen verschiedene Perspektiven und Anwendungsfälle mit in den Kurs, wodurch die Teilnehmer*innen ein sehr umfassendes Bild vom Kursthema bekommen und es bestenfalls dann auch souverän in Spezialfällen anwenden können.

Ein guter Umgang mit Beispielen hilft ihnen dabei, zu verstehen, worauf es ankommt, und das Wissen dann auch selbst anzuwenden.

Und zu guter Letzt: Wenn du mit guten Beispiel voran gehst - was deine Beispiele anbelangt - werden sie sich das hoffentlich abschauen und dann in ihren eigenen Onlinekursen auch so machen.



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