Onlinekurs-Feedback richtig einholen

Eine ehemalige Kundin von mir hat einen wunderschönen Kurs erstellt.

Einen Kurs, dem du die lange Erfahrung und Expertise seiner Erstellerin anmerkst. Einen Kurs, der für die Lernenden eine wahre Schatzkammer ist.

Jedenfalls war der Kurs fertig, sie hat ihn zwei Testerinnen gegeben, und das Feedback hat sie so getroffen, dass der Kurs jetzt in der Schublade liegt und nicht ein einziges Mal verkauft wurde.

Alles gute Zureden hat nichts geholfen.

Auch dann nicht, als sich herausgestellt hat, dass die besagte Testerin, von der das ernüchternde Feedback kam,

  • überhaupt nicht ihre Zielgruppe war,
  • Sachen kritisiert hat, die einfach so nicht stimmen,
  • und generell keine Onlinekurse mag.

Aber die Worte haben gesessen. Die Kritik hat so verunsichert, dass sie jetzt Onlinekurse für sich abgeschrieben hat.


Das ist tatsächlich kein Einzelfall. Ich erlebe das immer wieder:

Leute haben mit viel Zeit und Energie einen Kurs erstellt, lassen sich dann unbedacht Feedback geben, und dann landet der Kurs in der Schublade. Weil eine Person ihn nicht gemocht hat – aus welchen Gründen auch immer.


Du merkst es wahrscheinlich schon beim Lesen: Das geht mir nahe. Sowas finde ich so unglaublich schade. Weil ich weiß, wie viel Zeit in so einem Kurs steckt.


Deshalb möchte ich dir mit diesem Blogartikel ein paar grundlegende Tipps geben, die du beachten solltest, bevor du dir Feedback geben lässt.

Möchtest du lieber hören als lesen?

Zu diesem Blogartikel gibt es auch eine Podcast-Folge mit dem gleichen Inhalt.

Was würde wohl ein Fan von Fotorealismus zu den Bildern von Picasso sagen?

Vermutlich sowas:

"Was soll das bitte sein?! Diese Farbwahl! Geht gar nicht. Und wer hat denn bitte solche verunstalteten Gesichter?!"

Stell dir vor, Picasso hätte sich von so jemandem Feedback geben lassen. Ganz am Anfang seiner Zeit als Maler. Und dann das Feedback ernst genommen.

Und gesagt: „Hm. Scheinbar bin ich kein guter Maler …"

Wäre ganz schön doof gewesen. Sowohl für ihn, als auch für alle Leute, die sich heute an seiner Kust erfreuen. 

Wenn es um deinen Onlinekurs geht, ist es ähnlich. Überleg dir deshalb gut, von wem du dir Feedback geben lässt.


Regeln für hilfreiches Onlinekurs-Feedback

1. Überleg dir, von wem du dir Feedback geben lässt

Wer ist gut geeignet?

Du solltest darauf achten, dass die Personen, von denen du dir Feedback geben lässt, wirklich zu deiner Zielgruppe gehören und dass sie Onlinekurse grundsätzlich mögen.

Klingt banal, ist aber essentiell.

Wer tatsächlich zu den besten Leuten für Feedback gehört, sind ehemalige Lieblingskund*innen – vorausgesetzt, sie mögen Onlinekurse grundsätzlich.

Das haben viele gar nicht auf dem Schirm. Aber oft sind diese Kund*innen, die schon mal mit uns zusammengearbeitet haben, gerne bereit, sich auch deinen Kurs anzuschauen und dir Feedback zu geben. Und von denen weißt du, dass sie total in deine Zielgruppe passen.

Neben dem Feedback von deiner Zielgruppe kann ich dir auch immer ein Profi-Feedback zu deinem Onlinekurs empfehlen. Schau dir dafür gerne mal mein Onlinekurs-Audit an. Da prüfe ich deinen Kurs ausführlich aus pädagogisch-didaktischer Sicht, bezogen auf die Bereiche:

  • Aufbau und Struktur
  • Inhaltliche Aufbereitung und Benutzerführung
  • Anwendung und Transfer
  • Ausrichtung auf Lernziele und Zielgruppe
  • Interaktionen und Aufgaben
  • Motivation, Unterstützung und Begleitung

Anschließend gebe ich dir medienpädagogisch fundierte Empfehlungen, ob und wenn ja wie du deinen Kurs optimieren solltest. Selbstverständlich mit Begründung. 🙂 Und ich sage dir, wie du das Schritt für Schritt in deinen Kurs umsetzen kannst. So weißt du genau, was bei deinem Kurs aktuell funktioniert und wo noch Verbesserungspotenzial ist – und kannst vor dem Hintergrund das Feedback deiner Zielgruppe viel besser einordnen.

Zum Onlineurs-Audit


Wer ist nicht gut geeignet?

Auch wenn die Versuchung groß ist, z. B. mal den Partner, die Partnerin, die Eltern oder die beste Freundin drüberschauen zu lassen, empfehle ich dir, damit vorsichtig zu sein. Worte können verletzen. Und gerade Kritik bleibt oft ziemlich lange hängen und verunsichert. Wenn du dir nicht sicher bist, ob du das gut auseinanderhalten kannst, empfehle ich dir, dir nur das Feedback einzuholen von Leuten, die auch wirklich gut geeignet sind, dir Feedback zu dem Kurs zu geben.

Wer auch nicht gut geeignet ist, sind Leute, die Onlinekurse grundsätzlich nicht mögen oder eigentlich lieber im 1:1 mit dir arbeiten würden. Diese Leute bringen schon eine Voreinstellung mit, dass sie den Kurs eher aus einer kritischen Perspektive betrachten.


2. Stelle gezielte Fragen

Sag deinen Kurstester*innen nicht einfach nur „gib mir bitte Feedback", sondern überleg dir genau, was du wissen willst. Mit meinen Kund*innen stelle ich immer einen Fragenkatalog zusammen, welche Fragen denn sinnvoll sind für ein Kursfeedback.

„Wie hat dir der Kurs gefallen?" ist zum Beispiel ganz nett, aber das gibt nur eine persönliche Meinung wieder. Das Gefallen oder Nicht-Gefallen ist etwas hoch Individuelles. Auf dessen Basis kannst du keine Konsequenzen ziehen – und solltest du auch nicht. Denn was Person A gefällt, muss noch lange nicht Person B gefallen.

Eine bessere Frage wäre beispielsweise: Konntest du dem Inhalt gut folgen? Gab es irgendwo einen Punkt, wo du hängengeblieben bist? Sind noch Fragen offen?


3. Lass dir nicht erst nach dem Kurs Feedback geben

Viele lassen sich erst ganz am Schluss nach dem Kurs Feedback geben. Das macht durchaus auch Sinn – denn nur dann kennt jemand den gesamten Kurs. Aber kannst du dich nach dem Kurs noch erinnern, was jetzt genau in Modul 1 los war? Wo du vielleicht etwas nicht verstanden hast? Unwahrscheinlich.

Deshalb empfehle ich immer, dir auch schon während des Kurses Mini-Feedback einzuholen – zum Beispiel nach jedem Modul. Das muss auch nicht viel sein: 2–3 gute Fragen. Das geht auch schnell. Und die Teilnehmenden haben so die Möglichkeit, dir direkt eine Rückmeldung zu geben, wenn etwas nicht passt. Und du bekommst die Gelegenheit, darauf zu reagieren – und z. B. jemandem zu sagen: Schau nochmal da und da, da findest du die Infos. Oder ggf. etwas zu ergänzen, damit die Leute dann auch weiterkommen.

Denn so ein Kurs ist für uns als Ersteller*innen oft auch eine Blackbox. Und wenn Unzufriedenheit bei den Lernenden entsteht, kannst du durch zwischendurch eingeholtes Feedback einfach auch schon drauf reagieren – und bekommst es überhaupt mit.


Onlinekurs-Feedback richtig einordnen

Bevor du dir Feedback geben lässt, überleg dir also gut, von wem. Und wenn du Kritik bekommst, überleg dir, ob sie gerechtfertigt ist und was davon einfach nur die persönliche Meinung einer Person ist.

Wenn du dir Zielgruppen-Feedback geben lässt, solltest du auch darauf schauen, dass du mindestens 4–5 Feedbacks sammelst – besser mehr –, bevor du auch nur an die Auswertung und Optimierung denkst. Denn ein Feedback von einer Testkundin ist immer auch nur ein persönlicher Einblick.

Gerade wenn es um Kritik geht: Überleg dir gut, ob das einfach die Meinung einer Einzelperson ist, die persönliche Vorlieben betrifft, oder ob das etwas ist, was personenunabhängig gültig ist.

Ein „Die Tonqualität ist schlecht, ich kann dich kaum verstehen" ist zum Beispiel nicht unbedingt von der Person abhängig, die dir Feedback gibt.

Ein „Das Rot in deinem Branding wirkt abschreckend" hingegen kannst du getrost erstmal ignorieren, weil das mit den Vorlieben und der Wahrnehmung von genau dieser Person zu tun hat.

Wenn du dir unsicher bist, wie du das erhaltene Feedback auswerten sollst, melde dich gerne bei mir. Da können wir auch gerne mal im Rahmen einer Strategie-Session zusammen draufschauen.


Ich hoffe, das hilft dir, dir in Zukunft besseres Feedback für deinen Kurs einzuholen und dich davon nicht so sehr verunsichern zu lassen.

Und wie gesagt: Wenn du ein Profi-Feedback zu deinem Kurs möchtest, schau dir gerne mal mein Onlinekurs-Audit an.

Das ist auch insbesondere für Kurse geeignet, die schon länger bei dir in der Schublade liegen und bei denen du irgendwo so ein mulmiges Gefühl hast, wenn es ums Marketing geht.


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