Launch-Design für Onlinekurse: Wie ein gutes Design das Verkaufen leichter macht – Interview mit Audrey Meißner

Katharina Grad,   September, 2026

Wie du ja weißt, liebe ich das Lernen. Entsprechend mache ich auch sehr gerne so einige Online-Kurse. Und ein Online-Kurs ist mir da besonders im Gedächtnis geblieben. Ich weiß noch, dass ich die Sales-Page zigmal angeschaut habe, aber ewig nicht gebucht habe. Bis ich die Kursleiterin dann mal in einem Webinar gesehen hatte und mir dachte: Komm, das probierst du jetzt, das klingt echt super und vielleicht wird das ja eine positive Überraschung.

Und weißt du was? Genau das war es. Der erste Eindruck war jetzt nichts Besonderes. Die Materialien waren nicht großartig gestaltet. Ab und an war noch ein Logo und eine farbige Überschrift, aber das war es. Aber die Inhalte, die waren echt der Hammer. Und ich weiß noch, dass ich mir gedacht habe: Was für ein Glück, das wäre mir fast entgangen.

Wie du weißt, sage ich immer: Fang mit den Inhalten an, konzentriere dich als erstes darauf, dass dein Kurs deinen Lernenden wirklich weiterhilft. Gleichzeitig kann das Design von deinem Kurs und der ganzen Landingpage und dem Drumherum das Verkaufen deutlich leichter machen und auch den Lernenden nochmal auf einer anderen Ebene zeigen, dass das, was du hier bekommst, wirklich auf einem professionellen Niveau ist.

Um das nochmal genauer unter die Lupe zu nehmen, habe ich heute Audrey Meissner zu mir in den Podcast eingeladen. Audrey ist Launch-Designerin und Produkt-Designerin für Unternehmer:innen, die mit ihrem Angebot ein Zeichen setzen wollen. Sie entwickelt visuelle Konzepte, die sich durch den ganzen Launch ziehen: von den ersten Teaser-Grafiken über Kursmaterialien, Workbooks, Präsentationsfolien, Newsletter, Ads, Grafiken und Community-Design bis hin zu Sales-Pages, damit das Angebot am Ende genauso hochwertig aussieht, wie es inhaltlich ist und die richtigen Menschen anspricht.

Audrey Meißner - Launch-Design Expertin

Audrey Meißner

Im Interview sprechen wir unter anderem darüber, was Design braucht, damit es professionell und ansprechend wirkt, ohne von den Inhalten abzulenken, was ein gelungenes visuelles Konzept für einen Launch ausmacht und inwiefern ein stimmiges Design das Verkaufen deines Online-Kurses leichter machen kann.

Hier kannst du dir das Interview anhören:

Hier findest du das Transkript der Folge:

Das Transkript ist für eine leichtere Lesbarkeit in Abschnitte mit Zwischenüberschriften geglieder, die sich an den einzelnen Fragen orientieren, die ich im Inteview gestellt habe.



Brand-Design, Produkt-Design, Launch-Design – was ist der Unterschied?

Katharina: Audrey, ich freue mich sehr, dass du heute hier bist und mit mir über das Thema Design sprichst. Du hast ja gesagt, du hast dich hauptsächlich auf Launch-Design spezialisiert. Damit wir hier alle dasselbe im Kopf haben: Kannst du unseren Hörer:innen noch mal kurz erklären, wo der Unterschied zwischen Launch-Design und Brand-Design ist?

Audrey: Ja, genau. Also ein Brand-Design ist ja quasi das, womit man sich als erstes befasst, wenn man ein Business startet. Da geht es darum, wer bin ich als Marke, wie werde ich wiedererkannt und wie bin ich dann präsent in der Businesswelt. Das Brand-Design ist eigentlich die Grundlage, die wir dann für das Launch-Design später brauchen.

Also was ich als Launch-Design bezeichne, sind eigentlich so ein bisschen zwei Dinge. Man hat ja das Launch-Design, da geht es wirklich um das Marketing, um das Bewerben des Kurses, den Kurs raus in die Welt zu bringen oder das Angebot. Aber davor gibt es ja auch noch das Produkt-Design. Also all die Sachen, die in das Produkt hineinfließen, in das Angebot hineinfließen. Wie soll der Kurs aussehen? Braucht es Materialien? Gibt es da eine bestimmte Plattform, die man noch designen soll? Also, je nachdem, wo man eben steht, kann man da auch verschiedene Ansätze wählen.

Das Launch-Design ist quasi die letzte Phase wirklich, so die Marketingmaterialien, wo man sich den Funnel anguckt und vielleicht schaut: Was braucht man, braucht es einen Newsletter, braucht es Ads? Aber das Produkt-Design geht dem vor und das Brand-Design ist quasi die Grundlage. Also das, was als allererstes steht. Und diese drei Sachen bauen immer aufeinander auf.


Katharina: Also verstehe ich dich richtig, dass du quasi dann das Brand-Design nimmst und aus dem, was da schon da ist, Produkte beziehungsweise dann die Materialien für den Launch erstellst, oder?

Audrey: Genau, also das Brand-Design muss einfach stehen. Und dann geht es ja immer darum, quasi das Brand-Design weiterzuentwickeln, weil die einzelnen Produkte sollen ja sich ein bisschen von dem Brand-Design abheben. Es soll ja erkennbar sein: Das ist ein Angebot, das für sich selbst steht.

Das geht ja schon los, wenn man dann zum Beispiel ein Freebie hat, das schon rausgebracht wurde. Wenn ich jetzt genau die gleiche Template von meinem Freebie auf mein Produkt übertrage, wissen die Leute ja gar nicht mehr: Sind das jetzt verschiedene Sachen, oder das habe ich doch schon, oder wieso kostet das jetzt was? Das führt einfach sehr zu Verwirrung.

Und gerade wenn man dann das Unternehmen später weiterdenkt und vielleicht zwei Online-Kurse rausbringt – es gibt ja auch ganz oft, dass man zum Beispiel einen Kurs hat, der sich an Laien richtet, und einen Kurs, der sich an Spezialisten richtet, die das vielleicht professionell einsetzen wollen. Und da hat man ja auch verschiedene Zielgruppen. Das heißt, es ist so wichtig, dass jedes Produkt so quasi seine eigene visuelle Welt hat, die quasi die Zielgruppe gezielt anspricht, wo man weiß: Aha, das ist was Eigenes. Aber das soll trotzdem so erkennbar sein, dass man weiß: Das gehört zu dieser Person, das gehört zu dieser Brand.

Also, man braucht das Brand-Design und das wird dann quasi weiterentwickelt, sodass es noch dazugehört, aber trotzdem eigenständig funktioniert.


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Katharina: Was gehört dann für dich alles zum Launch-Design dazu? Also, was schaust du dir da an, wenn du das Design für einen Produktlaunch entwickelst?

Audrey: Genau, also diese drei Sachen, oder besser gesagt die zwei Sachen, die da vorkommen, sind die Sachen, die ich mir wirklich erstmal angucke. Steht das Brand-Design stabil? Und dann schaue ich mir an: Steht das Produkt schon oder sind wir vielleicht gerade noch bei der Produktentwicklung?

Und dann geht es natürlich auch darum, Verständnis aufzubauen für das Business, für die Person, die dahinter steht, dann ein Verständnis aufzubauen für das Produkt selbst. Wer ist die Zielgruppe? Was sind die Ziele? Wie ist es aufgebaut? Und dann versteht man dann später: Wie ist die Verkaufsstrategie, die wir hier verfolgen? Wie ist der Funnel? Was gibt es da für verschiedene Touchpoints? Arbeitet jemand vielleicht viel mit E-Mail-Marketing oder sollen Ads geschaltet werden? Oder wird es mit Videos, mit Podcasts beworben? Also, es können ja sehr verschiedene Punkte sein, die da mit ins Spiel kommen.

Und das ist einfach wichtig, immer das Gesamtbild zu betrachten. Ich bezeichne das auch immer gerne als Ökosystem, weil das ja wirklich alles immer so ineinander spielt und voneinander abhängt und idealerweise sich verstärkt.


Weniger ist mehr – besonders bei Kursmaterialien

Katharina: Wir hatten im Vorgespräch zu dem Podcast auch so ein bisschen über das Design von Produkten, insbesondere Onlinekursen gesprochen. Und da erlebe ich es oft, dass gerade Präsentationsfolien oder generell Kursmaterialien viel zu vollgeladen werden. Also viele Fotos, viele Grafiken, viele verschiedene Bausteine, die diese Folien dann vollmachen – und das wird für das Gehirn irgendwann auch zu viel und lenkt vom eigentlichen Inhalt ab. Wie lässt sich da, gerade bei Videopräsentationsfolien zum Beispiel, die Waage finden zwischen: Es ist professionell und wiedererkennbar, aber ohne, dass es gleich so überladen ist, dass das Design dann vom Inhalt ablenkt?

Audrey: Ja, das ist auch ein Thema, das mir total am Herzen liegt, weil ich auch eben diesen Hintergrund in Medienpädagogik habe, wo ich merke: Das führt einfach schnell zu viel, wenn man da so viele verschiedene Elemente hat.

Da bin ich ganz bei dir und ich erlebe das auch immer wieder. Und ich denke, es ist da wirklich wichtig – durch Erfahrungen entwickelt man dann so ein bisschen ein Feingefühl, was funktioniert, also dass es sich gut anfühlt –, aber es ist auch immer wichtig, ein bisschen einen Hintergrund zu haben, eben wenn man gerade Kursmaterialien gestaltet. Und das ist etwas, was ich auch sehr, sehr gerne mache, so meine Lieblingssache. So Workbooks und Kursmaterialien mache ich immer sehr gerne. Da auch ein bisschen didaktisches Verständnis zu haben, ja.

Denn wenn man quasi online etwas lernt, hat man ja keinen Raum. Das heißt, ich empfinde immer das Design beziehungsweise die Kursmaterialien so ein bisschen als den Raum, in dem man lernt. Man hat ja niemanden, der da steht und sagt: Hier, schau mal das hier, hier musst du mal gucken. Sondern dann ist man ja wirklich auf sich alleine gestellt. Man muss ja verstehen: Was wird von mir erwartet, wo geht es weiter, was muss ich hier machen, wo ist die Information? Und wenn da so viel los ist, zum Beispiel im Workbook oder auf der Folie, dann ist das Hirn wirklich so damit beschäftigt, das überhaupt zu sortieren und zu verstehen, was überhaupt hier wichtig ist, was kommt als nächstes, dass ich überhaupt keine Aufmerksamkeit mehr habe für den eigentlichen Inhalt. Und das macht das Lernen dann so schwer.

Und ich denke, es ist wirklich – also praktischere Sachen wären zum Beispiel einfach die Anzahl an Farben zu reduzieren. Wirklich zu schauen: Welche Farben machen Sinn, also welche Brandfarben machen auch Sinn, oder machen meine Brandfarben hier vielleicht weniger Sinn, weil sie zu grell sind oder es einfach nicht wirklich zum Lernprozess passt? Wie kann ich das vielleicht anpassen, dass ich einen ein bisschen anderen Ton nehme, dass es dennoch wiedererkennbar ist und zum Kurs und zu mir passt?

Aber auch einfach Elemente auszuwählen, die dann immer an der gleichen Stelle für die gleiche Funktion immer wieder auftauchen, dass einfach eine Struktur da ist. Und auch, dass man Sachen weglässt. Also, es soll natürlich nicht total langweilig und steril sein, es soll ja auch wirklich ansprechend sein und Spaß machen, man soll sich wohlfühlen. Aber dass man einfach das sehr gezielt und wenig macht und wirklich schaut: Wie wird die Aufmerksamkeit geleitet, wie führe ich die Person durch den Lernprozess?

Das ist sehr, sehr wichtig und das funktioniert einfach über Wiederholung und Konsistenz und einfach auch ein Verständnis dafür, wie ein Lernprozess funktioniert.


Katharina: Ja, das finde ich total schön, diesen Gedanken, dass diese visuelle Gestaltung von den Lernmaterialien im Kurs so ein Raum ist, in dem der Kurs dann stattfindet. Und ich kann mir gut vorstellen, dass das vielleicht auch ein ganz guter Ausgangspunkt ist, um das Design anzugehen. Also nicht: Das ist das, was ich jetzt hier in den Fokus stelle, dass die Leute sehen sollen, was für ein tolles Design ich hier habe. Sondern dass das irgendwo so die Raumgestaltung ist. Weil ich sag mal, im heimischen Wohnzimmer, da wird ja jetzt auch nicht jede Ecke vollgestellt und wir überlegen uns, was wir vielleicht noch irgendwo hinpacken könnten. Sondern das ist ja auch oft ein sehr bewusst gestaltetes, lieber weniger und gezielt und gut überlegt, was wohin kommt, weil ich mich ja auch da drin noch wohlfühlen muss.

Audrey: Genau. Es soll quasi das Lernklima und den Lernprozess unterstützen, und ich denke, das macht viel aus. Das hat man ja in einem Klassenraum auch, dass man das entsprechend gestaltet.

Ja, gerade bei Onlinekursen, also bei Kursmaterialien, empfehle ich dieses Design-Prinzip – das mag ich auch total gerne –, dass sich eben das Design den Inhalten anpasst und eben nicht umgekehrt. Also ich habe das immer wieder, dass Leute kommen und sagen: Ja, ich habe jetzt hier schon Templates für meine Präsentationen und für mein Workbook. Und da muss ich dann nur noch die Inhalte einfügen. Aber in der Realität ist das dann eher ein Versuchen, die Inhalte irgendwie da reinzuquetschen. Und das ist halt oft schwierig, weil wenn ich zum Beispiel in dem Template einen kleinen Bereich für den Introtext habe, wo halt noch Inhalte reinkommen, aber eigentlich wäre das, was an die Stelle kommt oder was ich dann weitergeben möchte, ein Stück weit länger – und dann wird das aber passend gemacht, dass es da noch reinpasst –, dann leidet auch die Qualität von dem Kurs.


Templates – Wunsch vs. Realität

Katharina: Und ich kann das schon verstehen. Ganz viele wünschen sich gleichzeitig irgendwie so Templates und Vorlagen, mit denen sie arbeiten können, dass sie eben nicht jede Folie und jedes einzelne Workbook neu gestalten müssen, sondern dass es quasi nur noch Copy-Paste ist. Aber das ist in der Realität oft schwieriger, als es auf den ersten Blick aussieht. Gibt es da Möglichkeiten, das Design auch so flexibel zu halten? Also ist es möglich, solche Templates zu erstellen, die flexibel genug sind? Oder macht es mehr Sinn zu sagen: Okay, gib mir die Inhalte und dann passen wir das individuell an, weil das unterm Strich weniger Arbeit ist?

Audrey: Ja, ich fühle das auch, dass der Wunsch da ist, dass das einfach mit Templates geht, dass man ein Template hat, dass man das einfach rein einfügen kann, den Text, den Inhalt, das noch bearbeiten kann und es funktioniert. Erfahrungsgemäß habe ich schlechte Neuigkeiten: Das funktioniert ganz schlecht.

Also, ich finde auch absolut Form folgt Funktion. Der Inhalt muss stehen und dann kann man das wirklich sinnvoll in Form bringen. Es fängt ja wirklich schon teilweise damit an, dass dann halt ein paar Wörter dazukommen oder ein halber Satz dazukommt und dann passt das nicht mehr in eine Infobox und dann muss die Infobox größer sein und dann verrutscht ja aber der nächste Absatz und der muss dann auf die nächste Seite und dann verrutscht da wieder alles. Das ist sehr, sehr schwierig.

Also wenn das funktionieren sollte mit Templates, dann müsste das unfassbar simpel sein, womit dann auch wirklich so die Aufgliederung und wirklich so ein bisschen das Didaktische, was man ja eigentlich möchte in so einem Material, da verloren geht, weil man da wirklich nur Fließtext quasi hätte. Das ist dann ein bisschen eine bessere Word-Datei, würde ich sagen, nur leider.

Das ist wirklich – ich nehme diesen Wunsch auch wirklich wahr bei den Menschen. Und dann habe ich auch eine Weile lang gesagt: Okay, was kann denn die KI damit machen? Kann die ein fertiges Design nehmen und den fertigen Text nehmen und die zusammenfügen sinnvoll? Und nach meiner Erfahrung funktioniert das absolut nicht zuverlässig. Also, wenn man immer diese Videos sieht, KI erstellt dein Workbook in fünf Minuten – das heißt, die KI generiert den Inhalt und parallel dazu das Design gleichzeitig. Wenn du dann was verändern willst, sei es am Design oder am Inhalt, funktioniert das ganz, ganz schlecht. Da kommt nichts Hochwertiges bei raus, mal davon abgesehen, dass die KI kein Verständnis dafür hat, was der Mensch braucht.

Aber so sehr ich weiß, dass man sich das wünscht, dass das einfach geht – bis jetzt habe ich noch keine Möglichkeit gefunden, wo das wirklich zuverlässig und gut umgesetzt werden kann. Es bleibt nach wie vor ein Prozess und da braucht die Qualität auch einfach eine gewisse Zeit.


Katharina: Gerade was auch diesen Wunsch nach Zeitersparnis betrifft, den du gerade angesprochen hast – das ist was, was ich auch beobachte. Das ist irgendwie so ein bisschen wie die Katze im Sack kaufen. Also, wenn Leute sagen, ich habe hier ein Template und so ist es und dann möchte ich damit arbeiten, dann sitzen sie am Schluss so lange dran, das Template dann wieder anzupassen und das dann wieder irgendwie zu den Inhalten passend zu machen, dass es wahrscheinlich unterm Strich vom Kosten-Nutzen-Effekt deutlich leichter und besser wäre, einfach zu sagen: Ich mache jetzt die Inhalte. Und wenn die Inhalte stehen, und zwar erst dann, dann überlege ich mir, wie ich das aufbereiten kann oder lass es jemanden wie dich aufbereiten, einfach weil es auch vom Workflow deutlich schneller geht und einiges an Zeit und Nerven kostet, dann da irgendwelche Boxen wieder durch die Gegend zu schieben.

Audrey: Absolut. Also diese Erfahrung habe ich auch wirklich schon gemacht, wo der Kunde wirklich bestanden hat darauf: Nein, das muss aber eine Template sein, das geht doch viel schneller, das muss so sein. Und ich mich dann breitschlagen lassen habe und gesagt habe: Okay, machen wir so. Und dann im Endeffekt die Stunden, die ich gebraucht habe – wirklich Tage –, um das alles wieder irgendwie zu reparieren und wieder irgendwie sinnvoll zu machen.

Wenn ich jetzt wirklich einen fertigen Inhalt habe und man mir sagt: Baue das schön ins Layout – dann setze ich mich da ein paar Stunden hin und arbeite das durch. Das geht schnell. Ich weiß, was ich zu tun habe. Das ist ein Workflow. Das geht wirklich. Das braucht auch seine Zeit, aber das ist nicht dieses Fehlerausmerzen, dann übersieht man noch was. Also ich kann da wirklich auch nur empfehlen, wirklich den Inhalt fertig zu haben und dann ins Design und in die Form zu gehen.


Was macht gutes Design aus?

Katharina: Ja. Und gutes Design ist doch einfach mehr, als dass es nur schön aussieht. Also, ich glaube, das ist ja das, wo Laien oder Leute, die sich nicht so gut damit auskennen, auch gerne so ein bisschen in eine falsche Richtung geführt werden. Also, dass ein schönes Design das ist, wo der Fokus drauf ist – dass es ästhetisch ist, dass es ansprechend ist. Aber Design hat ja noch mehr Funktionen als das. Was macht für dich ein gutes Design aus?

Audrey: Genau, ich denke, du sprichst da schon was ganz Wichtiges an. Also Geschmack – über Geschmack lässt sich streiten, was die einen schön finden, was die anderen vielleicht nicht schön finden. Aber bei Design geht es ja nicht um schön, es geht ja darum, dass etwas visuell eine Funktion erfüllt. Sei es eben Wiedererkennungswert zu schaffen oder Orientierung zu schaffen, Sachen zu strukturieren, einen Lernprozess zu unterstützen oder eben auch die Aufmerksamkeit zu lenken bei Marketing.

Es geht wirklich darum, dass alles, was auf dem Design ist, eine Funktion haben soll. Also einfach nur hübsch bringt eigentlich gar nichts. Wenn es nur irgendwie hübsch ist und du kannst nicht erklären, warum das da ist und welchen Zweck das hat, dann soll es raus aus dem Design.

Und ich würde sagen, was gutes Design dann auch wirklich ausmacht, ist, dass es eben klar ist. Also, es soll einfach sein und dennoch Wiedererkennungswert haben, was gar nicht so einfach ist. Und es soll natürlich auch immer auf der Plattform beziehungsweise dem Endverbraucher angepasst sein. Da geht es ja auch immer um Fragen: Wo wird das gelesen? Schauen die Leute sich das auf dem Handy an oder auf dem großen Bildschirm oder beides? Das sind Sachen, die man bedenken muss. Wie groß werden die Sachen ausgespielt? Welche Farbkontraste funktionieren? Welche Schriftgrößen oder Schriftarten funktionieren? Oder was funktioniert im Druck oder auf dem Bildschirm? Das sind ja alles verschiedene Sachen, die da alle bedacht werden müssen.

Und, aber das finde ich auch ganz wichtig: Neben dieser ganzen Funktionalität finde ich es auch total wichtig, dass es eben auch emotional was hervorruft in dem Betrachter. Also, gerade wenn man eben dieses Thema mit dem Online-Kurs hat, in dem man sich den Lernraum so vorstellt – ich möchte ja mich da wohlfühlen. Oder eben dann, wenn man das Marketing denkt, ist es ja wirklich so, dass man auch über Emotionen verkauft. Das heißt, man sieht etwas und denkt sich so: Oh ja, das fühlt sich irgendwie aber gut an. Da kann man über Strukturen und Farben und Lichtverhältnisse und so eine Atmosphäre schaffen, wo auch wirklich so emotional ein bisschen was hochkommt.

Und das hat auch dann diesen Wiedererkennungswert. Die bildliche Sprache, die kam ja entwicklungstechnisch in der Menschengeschichte viel früher als die wörtliche Sprache. Das heißt, das ist was sehr Intuitives, das sehr tief in uns drin sitzt und auch sehr unbewusst abläuft, dass man eben dann plötzlich ein Gefühl oder ein Bild mit einer bestimmten Marke, mit einem bestimmten Produkt verbindet und dass das jedes Mal wieder hochkommt, wenn man dem begegnet auf verschiedenen Kanälen. Und das ist auch ganz, ganz wichtig, dass man eben neben aller Funktionalität auch eben diese Emotionen, dieses Gefühl erschafft. Und ich denke, das sind so die zwei Sachen, die gutes Design dann auch wirklich ausmachen.


Warum ein einheitliches visuelles Konzept das Verkaufen leichter macht

Katharina: Und diese Konsistenz – ich habe das auch auf deiner Website gelesen, da sprichst du von einem visuellen Konzept, glaube ich. Das ist dann aber auch das, was sich über den ganzen Launch, also vom Produkt bis zum Kauf, bis zum Durcharbeiten durch das Produkt, durchzieht. Also so ein visuelles Konzept, was einfach durch alles den roten Faden bildet. Was genau bedeutet das für dich und warum ist es so wichtig, dass das eben diesen Rahmen spannt?

Audrey: Also, die Konsistenz ist eindeutig so wichtig, weil man über Vertrauen verkauft. Also, das Wichtigste ist wirklich dieser Vertrauensaufbau. Und wenn der nicht da ist, wenn ich der Person nicht vertraue, dann kaufe ich den Kurs nicht, dann bekomme ich diesen Mehrwert nicht.

Und dieser Vertrauensaufbau geht ganz viel über Konsistenz. Also die Leute brauchen inzwischen ganz viele Touchpoints. Das heißt, dass man dem Angebot immer wieder begegnet irgendwo, bevor man sich wirklich dazu entscheidet meistens, darin zu investieren und sich den Kurs zu kaufen. Und da ist es eben wichtig, dass man sofort immer wieder erkennt: Aha, dieser Sache bin ich ja schon mal begegnet, erkenne das wieder, das macht Sinn. Ich habe diesen Newsletter erhalten, aber ich habe auch diese Anzeige gesehen und es ist ja das gleiche Produkt.

Wenn ich jetzt jedes Mal nachdenken muss: Ja, das kommt mir bekannt vor, davon habe ich doch schon mal gehört, was war denn das jetzt nochmal? Dann gehen meine ganzen kognitiven Kapazitäten da rein. Wenn ich jetzt aber unterbewusst schon diese Wiedererkennung habe mit den Formen, den Farben, der erlebten Welt, dann kann meine Aufmerksamkeit direkt auf wirklich das, was wichtig ist, nämlich den Inhalt, den Mehrwert, der da beworben wird.

Deswegen, gerade im Hinblick auf das Marketing und dann auch im Zusammenblick mit der Marke, dass man das mit der Person dahinter verbindet – ist das einfach super wichtig, dass man das dem Kunden so einfach wie möglich macht, da den Bogen zu spannen: Zu welcher Person gehört das, zu welchem Angebot gehört das? Dass man da gar nicht überhaupt drüber nachdenken muss, sondern quasi so geführt wird. Das ist immer so ein bisschen an die Hand nehmen. Man nimmt die Leute an die Hand, sagt: Guck mal, das ist diese eine Sache, die sieht so aus, die fühlt sich so an. Und wenn du der wieder begegnest, dann weißt du genau gleich, worum es geht und zu wem das gehört.


Katharina: Das schafft dann quasi auch so Anknüpfungspunkte, dass ich mich dann auch viel mehr auf den Inhalt konzentrieren kann. Also, ich glaube, wenn ich dann nicht mehr jedes Mal neu einordnen muss, wo ich gerade bin, was das gerade ist, dann kann ich auch, wenn ich das wieder lese, genau da anknüpfen, wo ich schon das letzte Mal drüber nachgedacht habe. Und da komme ich dann auch viel tiefer rein, anstatt jedes Mal wieder neu zu überlegen: Was war das jetzt und was denke ich da drüber?

Du hast das gerade schon angesprochen: Das macht natürlich dann das Verkaufen auch leichter, wenn die Leute einfach immer tiefer und tiefer in das Produkt reinkommen. Inwiefern macht gutes Launch-Design sonst vielleicht auch das Verkaufen gerade bei Onlinekursen leichter?

Audrey: Ja, ich denke, das knüpft sozusagen an diesem Vertrauensaufbau an, weil dieses Vertrauen über Zeit aufgebaut wird und eben über verschiedene Berührungspunkte mit dem Produkt, mit der Marke. Und wenn ich eben diese Wiedererkennung habe und vielleicht auch diese emotionale Antwort dann habe, dann hat man einfach viel schnelleren Zugang zur Entscheidung dieser Person. Genau, das macht das einfach leichter.


Katharina: Ja, und wahrscheinlich macht es ja auch einen Unterschied, ob das jetzt professionell aufgesetztes Design ist oder ein: Ich habe das mal so zusammengeschoben und das sieht halt nett aus. Ich könnte mir vorstellen, dass das auch zum Beispiel einen Unterschied macht, dahingehend, was für einen Preis ich auch für das Angebot verlangen kann. Welche Erfahrung hast du damit?

Audrey: Ja, also ich denke, dass wir alle so ein bisschen die Erfahrung haben, dass wir das auch unbewusst immer so ein bisschen wahrnehmen, wenn etwas professionell, etwas kuratierter aussieht, oder immer einfach das Gefühl hat: Da ist Arbeit reingeflossen, es hat nicht jemand irgendwie zusammengewürfelt, da hat sich jemand wirklich Gedanken gemacht. Dass man das dann auch wirklich als hochwertiger wahrnimmt, auch wenn man eigentlich den Inhalt noch nicht kennt.

Und man kann natürlich sagen: Ja, das ist aber ein bisschen oberflächlich – das sehe ich auch so. Aber so funktioniert nun mal das Marketing. Also, man hat eben diese Schaufenster und anhand derer entscheiden die Menschen: Vertraue ich dem, finde ich das gut oder eben nicht.

Und es ist tatsächlich so: Man hat dann auch eben das Gefühl, wenn ich immer etwas sehe, wo ich sehe, okay, da ist Arbeit reingeflossen, da hat jemand sich vielleicht Hilfe geholt damit das gut aussieht, oder da wirklich Zeit rein investiert, dann habe ich auch das Gefühl: Okay, diese Person nimmt ihr Angebot ja auch wirklich ernst. Die hat da auch wirklich Zeit und Ressourcen investiert, dass das nach außen getragen wird. Und wenn diese Person so hinter ihrem Produkt steht, dann wird das ja wohl gut sein.

Wenn ich jetzt aber vielleicht etwas sehe, wo es ein bisschen zusammengewürfelt aussieht, wo ich so denke: Naja, das hat jemand vielleicht noch schnell gemacht – dann denke ich mir so: Okay, vielleicht zweifelt diese Person so ein bisschen an ihrem Angebot und will dann jetzt nicht so rein investieren. Das sind so Sachen, die da unterbewusst bei uns so hochkommen. Man denkt sich: Kann ich dem jetzt wirklich vertrauen? Und deswegen würde ich wirklich sagen, ist es tatsächlich so, dass man das als hochwertiger wahrnimmt. Und das beobachte ich bei mir selbst auch. Und dann wahrscheinlich auch schneller bereit ist, da mehr zu investieren. Natürlich muss dann der Inhalt auch liefern, denn sonst ist die Enttäuschung groß, aber ich denke schon, dass das da wirklich eine Rolle spielt.


Katharina: Ja, ja. Und das ist das – während du das jetzt so erzählt hast, dass gerade auch diese Rückschlüsse, diese Vorurteile, die da quasi unterbewusst auch laufen – da gibt es in der Psychologie auch einen Begriff, ich glaube, das ist der Halo-Effekt, also dass das, was dieses hervortretende Merkmal da so ein bisschen ausstrahlt und unsere Wahrnehmung verzerrt.

Und gerade die Leute, die meinen Podcast hören, von denen weiß ich, die haben richtig gute Produkte und richtig gute Angebote. Und ich finde, das darf dann auch einfach für die Kund:innen vor dem Kauf schon zu sehen sein, und dass das auch einfach dann zusammenpasst. Und ich finde es immer schade, wenn so ein richtig tolles Produkt dann vom Design her nicht so präsentiert wird, dass die Kund:innen das vor dem Kauf schon erkennen können.

Audrey: Genau, das finde ich auch wirklich sehr wichtig, weil gerade viele Leute tatsächlich auch wirklich sehr viel Expertise haben, sehr hochwertige Inhalte. Und ich finde auch immer: Ich möchte dann auch immer, dass diese Menschen stolz darauf sein können und auch wirklich das zeigen und richtig stolz drauf sind und sagen: Hey, ja, das ist richtig gut und das sieht man eben auch. Ich finde, das wünsche ich mir einfach für jeden, dass man so richtig dahinter steht und dass man das auch richtig zeigen kann und dass das auch wirklich so transportiert wird und da kein Zweifel daran besteht, dass das hochwertig ist und man richtig viel Mehrwert davon hat, ja.


Katharina: Das ist ein total schöner Wunsch und auch irgendwie so ein total schönes Warum, so ein Stück weit hinter deiner Arbeit.


Audreys Angebot: So kannst du mit ihr zusammenarbeiten

Katharina: Wenn jetzt jemand sagt: Boah, ich würde mich gern unterstützen lassen, entweder beim Produkt-Design, also Workbooks, Aufgaben, Präsentationsfolien, Gestaltung des Kurses, oder eben beim Launch-Design – wie sieht das aus? Für wen ist dein Angebot und was bietest du an?

Audrey: Also, ich arbeite vorwiegend tatsächlich mit Frauen, so 90 Prozent meiner Kundinnen sind Frauen. Und das ist was, was mir total am Herzen liegt, persönlich auch: Diese ganzen Frauen mit Expertise, die dann wirklich ihr Wissen in einem Online-Kurs verpacken oder eine Community starten oder eben Webinare anbieten oder eben einfach ihr Wissen und ihre Expertise auch wirklich rausbringen wollen.

Meistens sind das auch wirklich – deswegen ist das Brand-Design jetzt auch nicht mein Fokus –, weil diese Frauen meistens schon ein bisschen im Business sind, ja, so erste Erfahrungen gesammelt haben. Vielleicht haben sie 1:1-Coachings verkauft bis jetzt, möchten jetzt aber den Online-Kurs machen. Also, es ist immer so ein bisschen so der nächste Schritt. Also, dass jemand zu mir kommt und sagt, ich starte von null, ich habe noch gar nichts, ist eigentlich die Ausnahme. Also, meistens sind das Frauen, die schon so ein, zwei Jährchen dabei sind und jetzt einfach so ein bisschen den nächsten Schritt gehen wollen und dann auch eben wollen, dass das visuell transportiert wird.

Und wie die Zusammenarbeit aussieht – also bevor ich jetzt rein organisatorische Sachen sage, ist es mir auch immer total wichtig, dass man vielleicht über Werte redet. Mir ist bei der Zusammenarbeit immer sehr wichtig, das Gegenüber auch wirklich zu verstehen. Also ich biete dann auch immer kostenlose Erstgespräche an, wo wir uns wirklich kennenlernen und wo ich so ein Gefühl dafür bekomme: Wer sitzt mir da eigentlich gegenüber, wie arbeitet diese Person, was treibt sie an? Das sind Sachen, die ich wirklich wichtig finde, wo man dann eben auch so herausfindet: Okay, passt das? Wie können wir so ein bisschen die Synergie bilden? Das ist mir total wichtig. Ich bin auch jemand, der sehr empathisch ist, auch geduldig und verständnisvoll. Also das sind immer so Sachen, wo ich finde, dass es auch wichtig ist, dass was menschlich passt.

Und wenn jemand sich jetzt eine Unterstützung dafür holen will – durch die Erfahrung bin ich inzwischen auch dazu übergegangen, dass ich quasi monatliche Pakete anbiete, einfach weil das auch für meine Kundinnen am flexibelsten ist. Weil es ja so individuell ist: Hat ein Online-Kurs jetzt ein Workbook oder sind es nur vielleicht Thumbnails? Das kann so individuell sein, dass wenn ich jetzt jeden Mal einen Paketpreis irgendwie schätzen und berechnen muss, das sehr schwierig ist. Vor allem, wenn dann im Prozess eben sich zeigt: Hey, ich möchte doch was anderes. Also, ich habe das Gefühl, es muss doch ein Workbook sein. Oder ich hatte ein Workbook geplant und jetzt fühle ich das gar nicht mehr.

Wo ich dann einfach sage: Okay, wir schauen mal, vielleicht eben im Erstgespräch, wie viel Bedarf ungefähr hast du. Und dann kannst du dir eins dieser drei Pakete aussuchen, wo eben so und so viele Stunden sind. Also, ich habe immer drei Abstufungen, S, M und L, wo es dann eben so und so viele Stunden pro Monat sind, wo die Kundin sich dann auch sagen kann: Okay, das sind die Monate, wo ich jetzt wirklich an dem Launch arbeite, das sind die Monate, wo ich wirklich mein Produkt entwickle. Und in dieser Zeit möchte ich eine Ansprechpartnerin, möchte ich jemanden, der mit mir daran arbeitet, der das weiterdenkt und der flexibel ist, wenn mir dann doch noch was anderes einfällt. Genau, das ist so die Struktur, die ich inzwischen mache, weil es einfach am besten funktioniert.


Abschluss

Katharina: Vielen, vielen Dank für deinen Einblick und auch für dieses tiefe, interessante Gespräch über das Thema Design heute. Ich finde das ja immer auch für mich sehr schön, mit jemandem zu sprechen, die auch so ein Stück aus der Medienpädagogik kommt und auch einen Blick mit dafür hat, was Lernen eigentlich braucht, dass es eben nicht nur auf ein hübsches Design ankommt, sondern dass diese Funktionen von Design viel, viel tiefer sind. Es hat mich sehr gefreut, dass du heute hier im Podcast zu Besuch warst.

In meinem Podcast ist es so, dass meine Gäste immer das Schlusswort bekommen. Was wäre die eine Sache, die du unseren Hörer:innen zum heutigen Thema gerne mit auf den Weg geben möchtest?

Audrey: Also, ich möchte wirklich jeder und jedem mitgeben, dass sie es wert sind und darauf stolz sein können, was sie in die Welt bringen möchten und dass man das auch sehen darf. Und das muss jetzt nicht mit einem Design für einen Online-Kurs sein, das kann auch im Kleineren sein. Aber dass man sich das auch wirklich immer wieder vor Augen führt, dass man wirklich was Tolles schafft und dass man mit Stolz dahinter steht – das wünsche ich wirklich jeder Einzelnen.


Hier findest du Audreys Website

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